Um meine Erfahrungen festzuhalten und um vielleicht anderen werdenden Mamas die Angst zu nehmen, möchte ich über unser Erlebnis mit der Äußeren Wendung berichten.
Letzten Freitagmorgen war es also so weit. Da mein Schatz arbeiten musste, ging meine Mama zum Händchen halten mit mir in die Klinik. Erst mal mussten wir zur Patientenaufnahme, da die Behandlung stationär erfolgte und dann ging es direkt zum Kreissaal. Dort wurden wir von zwei ganz netten, jungen Hebammen in Empfang genommen und in den Untersuchungsraum gebracht. Neugierig ertastetten sie meinen Bauch, um die aktuelle Kindslage zu erfühlen.
Nach erneuter Aufklärung durch die auch sehr freundliche und einfühlsame Ärztin wurde der Blutdruck gemessen (der wie immer erschreckend niedrig war :), die Herztöne 30 Min. lang geschrieben und eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Weiterhin sprach alles für eine erfolgreiche Wendung, so dass mir nun sicherheitshalber ein Zugang gelegt wurde, falls ich einen Wehenhemmer benötigte. Ich fühlte mich sehr gut betreut und gewann schnell Vertrauen zum ganzen Team.
Behutsam begann die Ärztin noch einmal den Bauch zu ertasten und bat mich möglichst locker zu lassen und dann begann sie. Ich schloss also meine Augen und konzentrierte mich auf meine Atmung.
Ich kann die Technik nicht genau beschreiben, aber sie versuchte zunächst von unten Baby`s Popo anzuheben und den Rücken in Position zu bringen, damit unsere Bauchmaus den Purzelbaum nach unten schaffen konnte, sie schob unsere Maus dabei in Richtung Plazenta (vordere rechte Seitenwand). Es war ein ziemlich unangenehmer Druck und je nach dem wo sie drückte und schob, war es auch mehr oder weniger schmerzhaft. Doch ich blieb tapfer und biss die Zähne zusammen. Zwischendurch wurde durch die Hebamme immer wieder via Ultraschall die genaue Kindslage kontrolliert.
Normalerweise dauert eine Wendung lediglich ca. zwei Minuten, aber unsere Maus wollte einfach nicht mit dem Köpfchen an der Plazenta vorbei. Damit die Gebärmutter locker blieb, bekam ich nun einen Wehenhemmer über den gelegten Zugang.
Nach dem zweiten erfolglosen Versuch probierten wir es nun in die andere Richtung. Leider ging hier gar nichts voran. Die Ärztin war nun kurz vorm Aufgeben und probierte einen letzten vierten Versuch. Sie dachte schon, es tut sich nichts, doch die Kontrolle via Ultraschall zeigte, dass die Maus nun endlich eine halbe Umdrehung geschafft hatte. JUHU!!! Ich war so froh!
Jetzt ein letztes mal Drücken und Schieben und sie hatte es geschafft! Natürlich hatte ich immer noch die große Sorge, dass es unserem Baby gut ging und sie nicht zu sehr gestresst wurde.
Ein weitere Ultraschall zeigte, dass die Nabelschnur nun ganz unten vorm Gesichtchen lag und sich nun endzetteln musste. Wir kamen nun für eine Stunde an das CTG. Kräftig und schnell schlug ihr Herzchen, auf einmal wurde es jedoch langsamer und ich bekam große Angst. Schnell drückten wir den Notknopf und die Hebammen kamen sofort und der Herzschlag stabilisierte sich auch nach wenigen Sekunden wieder. Es ist wohl nicht ungewöhnlich, dass der Herzschlag kurz abfällt, vielleicht spielte sie etwas zu kräftig mit der Nabelschnur. Trotzdem mussten wir nun 30 Min. länger am CTG bleiben und unsere ganze Konzentration war immer auf die Herztöne gerichtet.
Nach fast zwei Stunden am CTG durften wir nun zur Beobachtung auf die Station und ich bekam ein Mittagessen. Zwischenzeitlich tat mir wirklich alles weh und ich konnte nicht mehr liegen, so dass wir uns auf die sehr schöne Terrasse des großen Gemeinschaftsraumes setzten. Zwischendurch wurde zum x-ten Mal mein Blutdruck gemessen.
Um 15.00 Uhr ging es wieder in den Kreissaal, eine weitere halbe Std. CTG, Ultraschall und Blutdruckmessen. Ich war immer noch so unsicher, ob sie weiterhin mit dem Köpfchen nach unten lag, aber sie war in Position. Es sah alles gut aus und wir durften gegen 17 Uhr nach Hause gehen.
Am nächsten Tag sollten wir erneut zur Kontrolle kommen, diesesmal konnte mein Schatz mit. Ich bat gleich die Hebamme noch einmal die Lage zu checken. Bauchmaus war in Schädellage. YES!
Das CTG etc. waren in Ordnung, so dass wir nun ganz normal mit der Schwangerschaft fortfahren konnten. Ein riesiger Stein viel von meinem Herz.
Ich bin wirklich sehr froh, dass wir uns für eine Wendung entschieden haben. So schlimm, wie sich das Prozedere anhört, es war für uns die beste Option und ich würde es wieder tun.
Saturday, August 13, 2011
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